14. September - Schiebocker OB-Wahl erneut vor Gericht
Freitag, 13. August 2010
Seit dem denkbar knappen Wahlausgang zur Bischofswerder Oberbürgermeisterwahl rumort es in der ostsächsischen Stadt. Nach der OB – Wahl im Februar kam es zum offenen Bruch der Unternehmerschaft mit dem langjährigen Oberbürgermeister Erler. Jürgen Neumann, Chef des Unternehmerclubs schmiss sein CDU-Parteibuch auf den Tisch trat vom Vorsitz des überregional bekannten Bischofswerdaer Fußballverein BfB zurück und kündigte an, die Wahl anzufechten zu wollen. „Noch einmal sieben Jahre Stillstand werde ich nicht tatenlos ertragen“, so das Fazit des Rechtsanwalts, welcher sich schon vor der Wahl aktiv für den Kandidaten Jens Krauße (SPD) einsetzte.
Der Wahlanfechtung werden indes gute Chancen eingeräumt. Erler benutzte seinen eigenen Dienstwagen für das Anbringen seiner persönlichen Wahlwerbung und missbrauchte das städtische Amtsblatt für seinen persönlichen Wahlkampf. Während dessen verteilte der Bischofswerdaer CDU-Chef Flugblätter mit der unwahren Behauptung, dass der Gegenkandidat des breiten Wahlbündnisses schwul wäre. Dies ist jedoch nur die Spitze des Eisberges.
Die kommunale Rechtsaufsicht fand im April 2010 keine Beanstandungen an der Bischofswerdaer Oberbürgermeisterwahl. Mit demselben Urteil lag das Landratsamt allerdings bereits im Jahre 2008 zur letzten OB-Wahl falsch. Kritiker der Entscheidung sahen damals eine Gefälligkeitsentscheidung, die wohl eher mit identischen Parteibüchern der handelnden Personen zu begründen sei. Der Fall landete dann vor dem Gericht. Letztes Jahr wurde die reguläre Oberbürgermeisterwahl von 2008 für ungültig erklärt, weil Erler massiv gegen die Grundsätze einer freien Wahl verstoßen hatte.
Erler ist bereits ein gebranntes Kind vor dem Dresdner Verwaltungsgericht. Der erneute Gerichtstermin wurde auf den 17. September festgelegt.
Bischofswerdaer SPD sachsenweit mit vorn
Die Bischofswerdaer Sozialdemokraten sind erstmals Preisträger als aktive Gliederung der SPD in Sachsen. Die Auszeichnung nahmen die Mitglieder am 27. Januar im Willy-Brandt-Haus in Berlin von Andrea Nahles entgegen. Für den Vorsitzenden Ilko Keßler ist der Preis das Sahnehäubchen auf den Erfolgen des aufstrebenden Ortsvereins: „Wir haben uns in den letzten Jahren neu aufgestellt, die Mitgliederzahlen verdoppelt und mit vielen engagierten Aktionen politische Erfolge errungen. Gerade in Bischofswerda wurde mit dem erfolgreichen Bürgerbegehren für ein innerstädtisches Einkaufszentrum der Bürgerwille umgesetzt.“ Zu dem am Samstag stattfindenden Kreisparteitag der Sozialdemokraten wird auch der sächsische Parteivorsitzende Martin Dulig die Erfolge der Bischofswerdaer Genossen würdigen.



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