Von der Marktstadt zur Schlafstadt – oder: Bischofswerdas Probleme sind hausgemacht

Der Vorstand der Bischofswerdaer SPD bekräftigt seine Forderung nach einem großen innerstädtischen Einkaufsmarkt und wirft Teilen des Stadtrates und der Verwaltung vor, Konkurrenz im innerstadtischen Handel bewusst zu verhindern.

Vorstandsvorsitzender Ilko Keßler dazu: "Wenn es um die Zukunft des Einzelhandels in Bischofswerdas Innenstadt geht, ist Aussitzen oder Verhindern der Politikstil im Rathaus. Konzepte zur Stärkung des Zentrums, der Einwohnerzahlen oder für eine wirtschaftliche Belebung sind Mangelware. Immerhin hat Schiebock als ehemaliger Marktplatz nun erstmals seit der Wende ein Handelskonzept - nämlich seit 2008 – was aber außer horrenden Kosten auch nichts Sichtbares erbracht hat. Einseitig konzentrierte man sich auf die Sanierung des Marktes und glaubte, dass sich damit alle Probleme selbst lösen werden. Die Tatsachen sehen jedoch anders aus. Der einstige Handelsplatz klagt heute über nachlassende Kaufkraft und schleichenden Substanzverlust in der Innenstadt."

Die Bischofswerdaer SPD möchte ebenso wie die überwältigende Zahl der Befürworter eines innerstädtischen Einkaufsmarktes unseren Marktplatz wieder als überregionalen Anziehungspunkt ausgestalten und Schiebock zu einer lebendigen Stadt machen. Bislang versteckt man sich in Bischofswerda jedoch hinter fadenscheinigen Argumenten oder fühlt sich den privatwirtschaftlichen Interessen Einzelner eher verpflichtet als dem Ansinnen der Bürger.
Vielleicht überließ man die visionäre Planung Bischofswerdas in den letzten zwanzig Jahren nur allzu gern einigen innerstädtischen, politisch aktiven Einzelhändlern. Diese Lobbygruppe sah ihre Arbeit vor allem im erfolgreichen Verhindern von innerstädtischer Konkurrenz.

Dass es anderswo besser geht, beweist aktuell Bautzen. Kühn setze sich der dortige Oberbürgermeister samt Stadtrat an die Spitze einer Idee, die Bautzen zum Einkaufserlebnis für die Region machen soll. Großzügig werden weitere innerstädtische Einzelhandelsflächen erschlossen und geplant. Das Ziel der Bautzener ist es, Kaufkraft in die Stadt zu holen, den ÖPNV zu stärken, Arbeitsplätze zu schaffen und letztendlich auch attraktiv für Einheimische wie auch Zuzügler zu sein.

Der Vorstand der SPD Bischofswerda und Umgebung

Bürger als Schulweghelfer in Großharthau

Freitag, 6. August 2010
(Sächsische Zeitung)

Von Ingolf Reinsch

Das neue Projekt des Bundes stößt bei Kommunen auf reges Interesse. Wieviele Stellen sie besetzen dürfen, wissen sie noch nicht.

Im Landkreis Bautzen bekommen 400 Langzeitarbeitslose die Chance auf eine bis zu dreijährige Beschäftigung in Vereinen, Kommunen und sozialen Einrichtungen. Das Bundesprogramm „Bürgerarbeit“ ist angelaufen; in den nächsten sechs Monaten werden die Männer und Frauen auf ihre Arbeit vorbereitet; anschließend sollen sie an ihre Einsatzorte vermittelt werden. Wieviele Stellen den einzelnen Städten und Gemeinden zur Verfügung stehen, ist noch nicht bekannt. Doch das Interesse ist groß, ergab eine Umfrage der SZ in Stadt- und Gemeindeverwaltungen.

Die Ideenlisten sind lang

Burkaus Bürgermeister Hans-Jürgen Richter (FDP) nennt eine ganze Liste möglicher Arbeiten, die sonst liegen bleiben würden, weil der Gemeinde das Geld fehlt: die Pflege von Grünflächen und Blumenrabatten beispielsweise, aber auch Pflegearbeiten im Taucherwald. Auch für die Demitzer Bürgermeisterin Gisela Pallas (Freie Wähler) ist das neue Förderprogramm ein Thema: Bedarf sieht sie unter anderem auf sozialem Gebiet, beispielsweise bei der Betreuung älterer Menschen in der Gemeinde, indem Bürgerarbeiter Leuten, die nicht mehr mobil sind, Wege abnehmen. „Es gibt viele sinnvolle Arbeiten, die erledigt werden könnten“, sagt auch Großharthaus Bürgermeister Jens Krauße (SPD). Denkbar wären Tätigkeiten auf Grünflächen, in der Bibliothek oder auch als Schulweghelfer, um die Grundschüler nach dem Unterricht in den Hort zu begleiten; der Weg führt an der Bundesstraße vorbei. Auch die Stadt Bischofswerda wird sich dem Thema stellen. Mögliche Einsatzgebiete müsse die Verwaltung noch beraten, sagt Joachim Clemens, Leiter des Büros des Oberbürgermeisters.

Anspruch der neuen Bürgerarbeit ist es, zusätzliche Arbeiten auszuführen, die sonst keiner erledigen würde. Das neue Sozialprogramm, heißt es bei dessen Initiatoren, solle auf keinen Fall Firmen Arbeit wegnehmen.

Das Rote Bischofswerda

1872 wurde die SPD in Bischofswerda gegründet. Hier ein Foto zur 780-Jahrfeier.

1868 wurde der „Konsumverein Bischofswerda“ gegründet und 1873 die Ortsgruppe der SPD. Gründungsort war die Gastsätte "Sonne", wo heute die AOK in Bischofswerda ihren Sitz hat. Übrigens war sie erst die zweite Ortsgruppe dieser Partei überhaupt.

134 Jahre also - das muss gefeiert werden. Und wie kann man das besser als zeitgleich mit dem Geburtstag der Stadt? "Das Tor zur Lausitz" beging am Wochenende 780jähriges Jubiläum und ließ standesgemäß einen Festumzug zur Stadtgeschichte aufmarschieren.

Nicht minder standesgemäß waren die Bischofswerdaer Sozialdemokraten als einzige Partei mit von der Partie und stellten die Arbeiterbewegung zur Jahrhundertwende dar. Zur Vorbereitung und personellen Unterstützung waren auch diesmal wieder Dresdner zur Stelle und hatten sehr viel Spaß

Allgemeines

Bischofswerda, sorbisch Biskopicy, liegt mitten im Lausitzer Hügelland und bildet das westliche Tor zur Oberlausitz. Gelegen am Kreuzungspunkt der Bundesstraßen B 6 und B 98, unweit der Autobahn A 4, etwa auf halber Strecke zwischen der Landeshauptstadt Dresden und der Kreisstadt Bautzen, ist es wohl kaum möglich, auf dem Weg in den Südosten der Republik einen Bogen um Bischofswerda zu machen. (Quelle: www.bischofswerda.de)

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