Mitglieder unseres Ortsvereines beteiligen sich in der Coronakrise am Projekt "Miteinander-Füreinander"

Veröffentlicht am 28.03.2020 in Kommunales

Quelle: SZ Bischofswerda

 

Bruno und sein Trupp

Bischofswerdaer Hauswirtschaftslehrlinge könnten wegen der Corona-Krise jetzt auch zu Hause sitzen. Doch sie haben Besseres zu tun. Bischofswerda. Ein Buchklassiker, mit dem in der DDR Generationen groß  geworden sind  - Timur und sein Trupp von Arkadi Gaidar -, könnte in diesen Tagen fortgeschrieben werden. In diesem Fall sind es keine Pioniere, die älteren Menschen helfen, sondern Hauswirtschaftslehrlinge des Bildungswerkes der Sächsischen Wirtschaft (BSW). Das betreibt in Bischofswerda ein Bildungszentrum mit einer Berufsschule. Bruno Kristbaum freut sich, dass er Doris Böhm helfen kann. Die 77-Jährige heizt den Ofen in ihrer Wohnung noch mit Kohlen. Die aber wurden knapp. Zumal die Tage Mitte März frostig waren.  Also musste Nachschub her.  Den zu besorgen, war kein Problem. Der Händler lieferte die 50 Pakete zu je zehn Kilogramm bis an die Tür des Mehrfamilienhauses. Doch dann?

Ein Anruf - schon kommen die Helfer

Zum Glück hat Doris Böhm einen hilfsbereiten Nachbarn: Sven Urban, Lehrer im BSW-Bildungszentrum und SPD-Stadtrat. Er mobilisierte die verfügbaren Lehrlinge, die beim Bildungswerk angestellt sind, und startete eine Aktion, die nicht nur seiner Nachbarin zugute kommen soll: Auf Anruf bekommen Menschen, die durch das Coronavirus  jetzt besonders gefährdet sind,  Unterstützung.  "Wir gehen einkaufen, erledigen Apothekengänge, helfen, Tiere zu versorgen", sagt Sven Urban.

 

 

Bruno Kristbaum zögerte nicht lange, sondern packte zu und brachte zusammen mit Sven Urban die zehn Zentner Kohlen an ihren Platz: Die meisten Brikettpakete schafften sie in den Schuppen auf dem Hof, einige brachten sie auch sofort hoch in die Wohnung. Drei Pakete am Tag - 30 Kilo - sind nötig, um die Altbauwohnung am Rande der Bischofswerdaer Innenstadt warm zu bekommen, berichtet die Rentnerin. Als die Kohlen drin waren, gingen Bruno und seine Mitschülerin Lea-Marie  für Doris Böhm noch einkaufen und in die Apotheke. "Einfach super", lobt die Seniorin das Engagement. Nützliche Aufgaben statt Kurzarbeit. Bruno Kristbaum ist Hauswirtschafts-Azubi im zweiten Lehrjahr. Zu seinem Ausbildungsbetrieb, dem BSW, kam der 18-Jährige über ein Berufsvorbereitungsjahr. An der Hauswirtschaft schätzt er die Vielfalt. Doch ein Gebiet mag er besonders: das Kochen.  Damit möchte er später mal weitermachen. Schon jetzt koche er für die Angestellten im Haus, berichtet der Bischofswerdaer stolz. Mehr als 100 junge Leute werden im Bildungszentrum Lausitz ausgebildet. Die Berufsschule für Hauswirtschaft ist momentan geschlossen; die Schüler bekommen Aufgaben per Post zugesandt. Nur die Handvoll Lehrlinge, die wie Bruno nicht in einer Firma, sondern beim Bildungswerk angestellt sind, sind noch vor Ort. Der Arbeitgeber hätte für sie auch Kurzarbeit beantragen können. "Aber es ist doch besser, wenn die Lehrlinge etwas Nützliches tun, gerade jetzt", sagt Sven Urban.

Bedarf besteht, auch in der Nachbarschaft von Doris Böhm. In Bischofswerdas "Kinostraße", wo sie  zu Hause ist, wurden in den vergangenen Jahren zwar schon  mehrere  Gründerzeithäuser saniert. Aber gerade in diesem Teil der Stadt ist der Modernisierungsbedarf noch immer hoch. "Viele Wohnungen werden noch mit Kohle beheizt, zumindest als zweite Heizquelle", weiß Sven Urban. Er kennt nicht nur die Wohnverhältnisse, sondern auch die Nachbarschaft und weiß,  dass darunter auch ältere Menschen sind, die allein leben. Gerade sie sollen unterstützt werden, und zwar stadtweit.    

Kontakt: Tel. 0151 52718226

 
 

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